Vodafones Radio-DJ im Test Juni 19, 2006 | 01:35 am
Vodafones Radio-DJ im Test

Ein interessanter Vergleichstest verschiedener großer Web- und UMTS Radioprogrammen findet sich auf der Webseite von Telepolis.

Neben zwei Angebote von Real und AOL, die zur Zeit lediglich via Internet zu empfangen sind, wird auch Vodafones Radio DJ für UMTS getestet, dass ja bereits Anfang des Jahres auf golem.de angekündigt wurde.

Bei Telepolis lesen wir in einem Vergleich mit dem Internetangebot:

Über UMTS steht allerdings zum Streaming nur noch die halbe Datenrate (32 KBit/s) zur Verfügung, was auch mit AAC-Kodierung hörbar zu wenig ist: es ist immer noch Stereo, aber nicht mehr HiFi. Unterwegs fällt dies natürlich nicht so unangenehm auf.

Nun ja, dies unterscheidet das Angebot von Vodafone ja noch nicht grundlegend von anderen Anbietern. Doch weiter gehts:

Der eigentliche Clou bei dem neuen Vodafone-Angebot ist jedoch, dass der Hörer einen Einfluss auf das gespielte Programm hat, weshalb das Angebot auch nicht "Vodafone Radio" sondern "Vodafone Radio DJ" heißt: er kann Titel in den Radio DJ channels bewerten, wodurch sie zukünftig dementsprechend öfter oder seltener gespielt werden, und er kann auch Titel nochmals spielen oder überspringen. Das allerdings ist beim gegenwärtigen Zustand der Radio DJ Channels auch dringend nötig, da man in einem Kanal mit Sommersongs nicht unbedingt deutsche Schlager des Kalibers Wolfgang Petri erwartet…

Die ganze Sache hat nach meinem Dafürhalten nur einen Haken. Leider wird nur das Angebot von Sony BMG bereitgehalten, was zwar angeblich aus 600.000 Titeln besteht, aber sicherlich nicht immer genau das bereithält, was man gerade hören möchte. Vor allem wird der Schwerpunkt eindeutig auf Charts gelegt und der Überraschungseffekt des Radiohörens schwindet dahin.

Dazu kommt:

Nach einem Monat Probephase ist der Dienst allerdings kostenpflichtig und kostet 9,99 Euro pro Monat, alternativ kann er für 1,49 Euro pro Stunde getestet werden. Die spezielle Radio-DJ-Software kann gegenwärtig auf die Nokia-UMTS-Handys 6630, 6680, N70 und N91 geladen werden; auf anderen UMTS-Handys ist der Dienst im Vodafone-Netz zwar etwas umständlicher, doch ebenfalls zugänglich. Auch zur Nutzung am PC muss man Vodafone-Mobilfunkkunde sein.

Geräte anderer Hersteller werden [aber] sukzessive folgen, wie UMTS-Report anlässlich des Starts am 31. Mai vermeldete.

Auch im Weblog von Xonio wurde seinerzeit schon auf die Nachteile eines Konzepts wie Radio DJ hingewiesen. Dort werden einige gute Gründe genannt, warum sich die 9,99 Euro im Monat vielleicht doch nicht so lohnen:

Musikfans haben ihre Favoriten längst auf dem PC – und können sie ganz einfach und kostenlos aufs Handy übertragen

- Genau da, wo man es brauchen könnte, funkt das UMTS-Radio nicht: in der U-Bahn, im Zug, in der Pampa.

- Und dann wäre da noch die Frage: Wer will eigentlich bezahlen, um Radio zu hören?

Die Frage ist berechtigt: Denn bei Anbietern wie beispielsweise Lounge FM ist UMTS Radio in der Titelauswahl zwar deutlich eingeschränkter, aber zumindest kostenlos.


Hinterlasse eine Antwort


Impressum