Nokia produziert in Rumänien Februar 21, 2008 | 01:35 pm
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"Mann der Arbeit, aufgewacht! Und erkenne deine Macht! Alle Räder stehen still, Wenn dein starker Arm es will." – so klingt das Bundeslied für den Allgemeinen deutschen Arbeiterverein, verfasst im Jahr 1863 vom Dichter Georg Herwegh. Wie ich jetzt darauf komme? Nun, es geht einmal mehr um Nokia. Und ich bin ehrlich. Nur aufgrund des Wegzugs aus Bochum hätte ich vermutlich niemals auch nur an einen Boykott gedacht. "It´s the economy, stupid", wie es schon Bill Clinton sagte und auch deutsche Unternehmen ziehen um, damit die Wettbewerbsfähigkeit weiterhin gewährleistet ist.

Doch offensichtlich verlief der Start des finnischen Mobilfunkkonzerns in Rumänien alles andere als reibungslos. Erst seit wenigen Tagen laufen hier die Handys vom Band und schon gibt es Ärger. In diesem Fall mit dem Gewerkschaftsbund Cartel Alfa.

So berichtet die Süddeutsche Zeitung, dass das Unternehmen offensichtlich eine neue Form der Sklaverei einführen wolle:

Die rumänische Nachrichtenagentur Mediafax zitierte den Gewerkschaftsvorsitzenden Bodan Hassu am Dienstag mit den Worten, es sei "anomal", dass Nokia versuche, die Beschäftigten in dem Werk über eine Änderung des rumänischen Arbeitsgesetzes statt 48 Stunden in der Woche 60 bis 70 Stunden arbeiten zu lassen. So etwas sei "Ausbeutung", heißt es bei Cartel Alfa.

Zugegeben: Wenn es stimmt, ist es alles andere als fein, zumal nun auch geprüft wird, ob Nokia nicht ggf. auch Geld vom rumänischen Staat eingesackt hat, um dort die Menschen auszubeuten.

Für einen Boykott (wie seinerzeit sogar seitens der Politiker gefordert) wird es hierzulande vermutlich nicht mehr reichen, denn Rumänien ist weit und solange es nicht dem deutschen Arbeitnehmer an den Beutel geht, ist es ja vermutlich egal. Oder sieht das jemand anders?


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