
Stimmt, die Überschrift liest sich wie ein Auszug aus einem Schulzeugnis. Und was zur Zeit noch nicht ist, kann durchaus werden, zumindest, wenn es nach dem Willen der Erfurter Medienwissenschaftlerin Iren Schulz geht. In der Welt findet sich ein Artikel, der sich mit der Forderung nach einer Art Handy-Kunde beschäftigt. Und in der Tat: Die Gründe, die die vorgebracht werden, sind durchaus nachvollziehbar:
Der Mobilfunk spiele inzwischen eine entscheidende Rolle bei der Identitätsfindung von Jugendlichen. "Darauf hat die Pädagogik bislang kaum reagiert", sagte Schulz in einem DPA-Gespräch. "Schlichte Handy-Verbote in der Schule wie in Bayern lösen das Problem nicht.", schreibt der Stern und vor allem die Tauschbörsen, an denen Gewalt- und Sexvideos auf die Handys von Kindern und Jugendlichen gelangen, scheinen ein echtes Problem darzustellen. Dazu meint die Pädagogin:
In den meisten Schulen sei noch kein rechter Umgang mit dem Medium gefunden worden. "Nach Angaben der Jugendlichen, mit denen ich arbeite, reicht das Spektrum vom Verbot bis zum offenen Telefonieren im Unterricht", sagte Schulz. Viele Eltern betrachteten das Mobiltelefon für ihre Kinder in erster Linie als Notfall-Medium. Die zweite Sorge gelte der Rechnung. "Was sonst damit passiert, ist ihnen egal."
Nach meinem Dafürhalten macht der Ansatz durchaus Sinn, könnte aber auch auf andere Medien ausgeweitet werden. Ein Schulfach Medien-Kompetenz macht insbesondere angesichts der ständigen Neuerscheinungen Sinn, denn nur, wenn ein genereller Umgang mit Medien vermittelt wird, gelingt es Jugendlichen adäquat damit umzugehen.
Das löst zwar keine tiefersitzenden Konflikte doch kann man zumindest davon ausgehen, dass der Nachwuchs nicht so schnell in die Schuldenfalle "Handy" schlittert oder Szenen ansieht, die eher schaden als nutzen.