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manager magazin spekuliert über Schlußverkauf bei Siemens Communications

abgelegt im Archiv Telekommunikation am 16.02.06

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Am vergangenen Montag hatte Thomas Ganswindt, Vorsitzender des Bereichsvorstands von Siemens Communications und Mitglied des Zentralvorstands der Siemens AG, noch auf einer Pressekonferenz während des 3GSM World Congress in Barcelona die Expansionspläne des Bereichs verkündet. Jetzt spekuliert das "manager magazin" in seiner nächsten Ausgabe, die am Freitag (17. Februar) erscheint, mit der Schlagzeile "Schlussverkauf bei Siemens Com" über eine Zerschlagung des Konzern-Herzes.

Ganswindt betonte vor den Journalisten das Ziel von Siemens, die Nummer-2-Position im Markt für Mobilfunknetze zu erobern. "Wir wollen wesentlich stärker als der Markt wachsen. Dazu richten wir unsere innovativen Produkte auf die Markttrends aus: Neue Datendienste steigern den Umsatz der Betreiber - die Netze müssen deshalb entsprechend hohe Kapazität und Abdeckung bei hoher Kosteneffizienz bieten", sagte er.

Der Bereich Siemens Communications ist einer der weltgrößten Anbieter in der Telekommunikations-Industrie und bietet ein komplettes Portfolio an Lösungen für die Sprach- und Datenkommunikation. Der größte Unternehmensbereich der Siemens AG ist in mehr als 160 Ländern vertreten und erzielte mit rund 54.500 Mitarbeitern im Geschäftsjahr 2005 (30. September) einen Umsatz von über 13 Milliarden Euro.
Das "manager magazin" berichtet, dass Ganswindt mit dem finnischen Konzern Nokia über ein Joint Venture für die Bereiche Mobilfunk- und Festnetze intensiv verhandelt habe. Doch die Gespräche seien geplatzt, weil Nokia nur an dem profitablen Mobilfunk-Carriergeschäft interessiert sei, nicht aber an dem verlustreichen Festnetz-Business.
Auch das defizitäre Geschäftsfeld Enterprise mit den Lösungen für Unternehmen soll laut "manager magazin" abgestoßen werden. Siemens verhandele mit mehreren potenziellen Käufern - darunter auch dem amerikanischen Konzern avaya. Der hatte in Deutschland schon vor einiger Zeit den angeschlagenen Telefonanlagenbauer Tenovis übernommen. Was bei den Kunden nicht nur Freude auslöste.

Auch das Siemens-Geschäft mit Schnurlostelefonen und anderen Endgeräten soll nach den Informationen des "manager magazins" in andere Hände übergehen. Konzernchef Klaus Kleinfeld hatte die einstige Perle bereits im vergangenen Herbst in die eigenständige Tochter SHC ausgegliedert. Nun werde bei SHC unter anderem über einen Management-Buy-out nachgedacht.

Hintergrund für den geplanten "Schlussverkauf bei Com" ist nach Meinung des "manager magazins" ein Versprechen, das Kleinfeld bei seinem Amtsantritt vor gut einem Jahr gegeben habe. Er knüpfte damals sein persönliches Schicksal daran, dass alle Geschäftsbereiche bis April 2007 ihre Margenvorgaben erreichen. "Der größte Konzernteil Com (Anteil am Gesamterlös: 15 Prozent) müsste demnach die Umsatzrendite von jetzt 3,5 auf mindestens 8 Prozent steigern. Dieses Ziel kann Siemens nach Ansicht von Branchenkennern aus eigener Kraft nicht mehr erreichen" , schreibt das "manager magazin".

via Wolfgang Müller

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