
Wenn eine Neuentwicklung nach Ansicht ihres Herstellers eine bahnbrechende Technologie ist, so ist das Interesse der Ã-ffentlichkeit natürlich groß. In diesem Fall handelt es sich bei Hersteller um den deutschen Halbleiterhersteller Infineon, der den Abschluss der Entwicklung eines Dual-band-Transceivers für die UltraWide Band Technologie (UWB) bekannt gegeben hat. Die Folge: Freie Bahn zu vollständig integrierten System-on-Chip-Lösungen für die High-Speed-Kommunikation, die für mobile Geräte wie Handys, PDAs, Camcorder sowie Digitalkameras und MP3-Player optimiert sind.
Weiter lesen wir im Bericht von Inside-Handy.de (dem auch die vorangegangenen Zitate entstammen):
"Im vergangenen Jahr wurden bereits zwei Millionen Geräte, die mit der UWB-Technologie ausgestattet sind, verkauft. Die Technik hat sich bewährt. Unser Chip ist nun der erste, der für Kleingeräte konzipiert ist und seinen Fokus auf Sparsamkeit bei Platz- und Energiefragen legt", erklärt Reiner Schönrock, Technologie-Sprecher bei Infineon. Infineons Low-Power-CMOS-Transceiver wird den im Entstehen begriffenen Standard IEEE 802.15.3a unterstützen. Die Technik sieht Übertragungsbandbreiten von 110 Megabit je Sekunde über eine Distanz von zehn Meter beziehungsweise von bis zu 480 Megabit pro Sekunde über zwei Meter Entfernung vor. "Jegliche Datenübertragung, für die bisher ein Kabel notwenig war, wird bald in derselben Geschwindigkeit drahtlos funktionieren", führt Schönrock aus.
Computerwelt.at fügt hinzu:
UWB gilt als Schlüsseltechnologie für die Verteilung von Multimedia-Content in Echtzeit über kurze Strecken. Mit ihrer Möglichkeit zur Paketpriorisierung und ihrer hohen Bandbreite könnte UWB drahtgebundenen Techniken wie USB 2.0 oder sogar Firewire Konkurrenz machen. Auch Wireless USB-Anwendungen lassen sich auf UWB-Plattformen implementieren. Mögliche Anwendungsbereiche sind drahtlose Multimedia-Heimnetze ebenso wie schnelle Datenübertragung zwischen Laptops und Kleingeräten wie Handys und PDA.
"Mit seiner energiesparenden CMOS-Technologie und der Unterstützung für Frequenzen über sechs Gigahertz macht Infineon einen großen Schritt bei der Integration von UWB in Mobiltelefone", erklärte Fiona Thomson, Marktforscherin bei IMS Research. "Handys entwickeln sich rasch zur portablen Entertainment-Konsole mit höherer Auflösung, erweiterter Speicherkapazität und Support für Audio- und Video-Streaming. Was ihnen bisher noch fehlt, ist eine Technologie, um megabyte-schweren Content drahtlos auszutauschen und zum PC zu übertragen oder über ein Fernsehgerät wiederzugeben. Aber mit UWB ist dies jetzt möglich."
Bis sich Endkunden über die neuen Geschwindigkeiten freuen dürfen, dauert es noch ca. ein Jahr. Im ZDNet lesen wir hierzu die folgende Einschätzung:
Die ersten Mobiltelefone mit Infineons neuen UWB-Chips werden im kommenden Jahr auf den Markt kommen. "Mitte 2007 erwarten wir die ersten Muster, Ende desselben Jahres werden diese dann in Serie gefertigt werden", meint Schönrock. Kooperationspartner dazu habe man schon gefunden, Namen wollte der Infineon-Sprecher wie üblich keine nennen.