Handysucht: Erschreckende Zahlen aus Japan Januar 21, 2008 | 02:44 pm
Handysucht: Erschreckende Zahlen aus Japan

Ich muss gestehen, dass ich den Artikel bei teltarif mehrfach lesen musste. Zu unglaublich waren die dort präsentierten Zahlen zum Thema Handysucht, die sich – noch nur – auf Japan beziehen. 96 Prozent der SchülerInnen an weiterführenden Schulen sind dort im Besitz eines Mobiltelefons. Das ist ja an sich nichts Verwerfliches, doch schon bei der Zeit, die täglich mit dem Handy verbracht wird (124 Minuten bei Mädchen, 92 Minuten bei den Jungen) gerät man ins Grübeln.

Doch vor allem die Tatsache, dass die zwischenmenschliche Kommunikation mittlerweile vielfach nur noch vermittels SMS und E-Mail funktioniert, halte ich für bedenklich. So erfahren wir:

Bei einer Studie mit 1 600 japanischen Mittelschülern um die 14 Jahre gaben 60 Prozent an, ein Mobiltelefon dabei zu haben. Fast jeder zweite verschickt 20 E-Mails oder mehr pro Tag. Dabei nutzen die Schüler ihr Handy weniger für Plauderei als für Kurzmitteilungen. Sie fühlten sich sicherer, wenn sie es nicht mit einem Gegenüber aus fleisch und Blut zu tun hätten, sagt der Studienleiter, Pädagogikprofessor Tetsuro Saito, der um die Kommunikationsfähigkeiten seiner jungen Landsleute fürchtet.

Klar, dass bei dieser Flut von Kommunikation auch das Mobbing via Handy anwächst: SMS mit dem Text "Stirb" oder "Du stinkst" mögen zwar auf den ersten Blick wie harmlose Hänseleien wirken, doch angesichts der Wichtigkeit des Handys im Alltag könnten die Auswirkungen durchaus gravierend sein.

Da ich kein Pädagoge bin, frage ich mich nun, ob wir in Deutschland ähnliche Phänomene beobachten können. Hat jemand Erfahrungen mit Jugendlichen oder gibt es jugendliche LeserInnen hier auf dem Handy-Weblog, die mir verraten können, ob Handysucht nur in Japan oder auch hierzulande existiert? Ich freue mich über jeden Kommentar zu diesem Thema.


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