
Liest man eine Überschrift à la Droge Handy: Suchttendenzen nehmen zu, so denkt man unweigerlich an Boulevardzeitungen mit vier Buchstaben. Doch in diesem Fall stammt die Überschrift vom Call-Magazin, unter Berufung auf diverse Studien, die unter anderem im aktuellen P.M. publiziert wurden.
Doch bei genauerem Hinsehen, sind die Symptome für eine Handysucht wahrlich "soft" zu nennen. Beispielsweise kann in den USA
ein knappes Drittel der Handybesitzer nicht mehr "ohne" leben. Mehr als die Hälfte lässt das Gerät immer eingeschaltet.
Was ist daran problematisch? Und was bedeutet nicht mehr "ohne" leben. Das würden doch bzgl. eines Staubsaugers oder einer Waschmaschine deutlich mehr Menschen von sich behaupten, oder nicht?
Doch lesen wir weiter:
Macht das Handy tatsächlich süchtig – wie Alkohol oder Zigaretten? Psychologen sprechen lieber von "Medienabhängigkeit". Seit dem vergangenen Jahr häufen sich die Fälle von Handypatienten, beobachten Psychologen. "Schlagartig kamen Kinder mit Handyproblemen in die Therapie", berichtet Diplompsychologin Simone Trautsch, "vorher war das kein Thema." Werner Platz, Leiter der psychiatrischen ambulanz des Berliner Vivantes Humboldt-Klinikums und Spezialist für Onlinesucht, betreut erstmals auch zwei Patienten mit einem ungesunden Verhältnis zum Handy. "Die Dunkelziffer ist viel höher", vermutet Platz.
Angesichts einer solch schwammigen Argumentation kann man sich der Polemik im Weblog Xonio nur anschließen, die fragen:
Und wie äußern sich diese Symptome? Nehmen die Betroffenen das Handy mit ins Bett? Lutschen Sie dran und brechen sie zusammen, wenn der Akku leer ist?
Wer dennoch wissen möchte, ob er oder sie handysüchtig ist, kann beim Schüler Magazin schoolz den Test machen.