Bremst Deutschland niedrigere Roaming-Kosten? April 23, 2007 | 12:01 pm
Bremst Deutschland niedrigere Roaming-Kosten?

"Die Roamingkosten innerhalb Europas sind deutlich zu hoch" – ich denke mal, dass sich ein jeder auf diesen Satz einigen kann, Mobilfunkbetreiber mal ausgenommen. Doch offensichtlich scheint die wohlmeinende Initiative der EU, die die Roamingkosten auf eine Obergrenze von maximal 0,40 Euro bzw. 0,15 Euro für ankommende Anrufe "deckeln" möchte ausgerechnet von der deutschen Ratspräsidentschaft torpediert zu werden.

Demnach habe die deutsche EU-Ratspräsidentschaft vorgeschlagen, die Obergrenze für angehende Mobiltelefonate innerhalb der Europäischen Union auf 0,60 Euro pro Minute, die für ankommende Gespräche auf 0,30 Euro pro Minute festzulegen., wie der Spiegel berichtet.

Doch damit nicht genug des Aufweichens: Einem Bericht der Berliner Zeitung zufolge, sollen bestehende Handy-Tarife sowieso unverändert bleiben, es sei denn, ein Kunde steigt auf einen neuen Euro-Tarif um. Setzt sich die konzernfreundliche haltung im Ministerrat durch, würde ein Kompromiss mit dem EU-Parlament schwieriger. Das Ziel, die Preise für Auslandsgespräche noch vor diesem Sommer zu senken, geriete damit in Gefahr., heißt es in dem Artikel.

Warum die Konzerne nun auf Kosten eines weiteren Zusammenwachsens Europas und auf Kosten der Verbraucher geschont werden sollen, steht in den Sternen. Denn mit 0,60 Euro pro Minute wird sichergestellt, dass die Anbieter durch das Roaming noch einmal deutlich dazuverdienen.

Auf diese Weise wird sich Mobilfunk sicherlich nicht mehr lange gegen den wachsenden Anteil an VoIP-Anbietern durchsetzen können …


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