
Sie haben sich gerade ein neues Nokia, Motorola oder Sony Ericsson Handy gekauft? Herzlichen Glückwunsch. Aber haben Sie sich mal Gedanken über die Herstellung der Geräte gemacht? Zugegeben: Dieses Thema wird in aller Regel selten beleuchtet und die Informationen sind auch nicht überall zu erhalten. Für Erhellung sorgt da eine niederländische Studie, die sich bei Xonio nachlesen lässt. Demnach:
herrschen menschenunwürdige Bedingungen bei der Handy-Produktion in asiatischen Betrieben. In diesem Zusammenhang werde gegen die fünf größten Herstellern Nokia, Motorola, Samsung, Sony Ericsson, LG und deren Zulieferer massive Vorwürfe laut.
Nicht nur, dass die allgemeinen Arbeitsbedingungen miserabel sind, vielfach wird auch ohne Schutz mit gesundheitsgefährdenden Stoffen hantiert. Um dies zu illustrieren, werden in der Studie drei besonders gravierende Beispiele genannt:
Motorola lässt bei der chinesischen Firma Hivac Startec Film Window Linsen für die Kameras seiner Handys herstellen. Die arbeiter müssten die Displays der Mobiltelefone mit hochgiftigen Lösungsmitteln polieren, die Firma weigere sich, Schutzmasken bereitzustellen.
Der thailändische Hersteller Namiki Precision stellt Vibrationsmotore für Nokia-Handys her. Die Arbeiter müssten dort, so die Studie, ungeschützt mit giftigen bleihaltigen Lötmitteln arbeiten. Zur "Reinigung" des Körpers bietet die Firma ihren Arbeitern jeden Tag einen Liter Milch an, mit dem die Giftstoffe aus dem Körper geschwemmt werden sollen. Viele Arbeiter ziehen sich schwere Vergiftungen zu.
Die thailändische Firma LTEC Ltd., die ebenfalls Teile für Nokia-Handys zuliefert, lasse ihre Arbeiter zwölf Stunden pro Tag arbeiten – auch am Wochenende und an Feiertagen. Offiziell müssten die Arbeiter eigentlich nur acht Stunden pro Tag arbeiten. Überstunden würden nicht bezahlt., wie Futurezone schreibt.
Dabei sind dies nur drei der vielen Beispiele, die in der Studie angeprangert werden. Doch scheinen sich weder die Handyproduzenten noch die Netzbetreiber für diese Problematik zu interessieren. Wie heise.de berichtet, nimmt keines der Unternehmen ausreichend seine soziale Verantwortung wahr, um die Bedingungen (…) zu verbessern.
Vielleicht sind an dieser Stelle die KonsumentInnen gefragt, die mit ihrer Kaufentscheidung maßgeblich über Erfolg und Misserfolg eines Unternehmens entscheiden. Doch scheint es offensichtlich kaum einen Handy-Hersteller zu geben, der da ausschert und sich ein wenig mehr um "political correctness" kümmert.
Vielleicht wäre das ja eine Marktlücke?